Freitag, 29. November 2013

Ich wünsch mir meine Nadeln zurück

Das hätte ich jetzt nicht gedacht. Wirklich nicht. Mir haben diese Nadeln sooo viel Angst gemacht. Und die Hormone - man hört ja immer: Nebenwirkungen! Nebenwirkungen! Nebenwirkungen! Mir ging es bestens während der Stimu-Zeit. 

Jetzt allerdings ist Kryo-Zeit. Ganz unkompliziert für den Körper. Weil, es passiert ja kaum was. Nur ein paar Pflaster kleben alle paar Tage. Denkste! Pustekuchen. Seit Samstag kleb ich alle zwei Tage ein Östrogen-Pflaster irgendwo hin. Seit Sonntag habe ich - immer am Tag nach Pflasterwechsel - Migräne. Ich weiß, ich bin in dieser Hinsicht vorbelastet. Doch weil es während der Stimu echt gut lief, habe ich das jetzt nicht erwartet. Aber ich kann die Uhr danach stellen. Pünktlich am nachmittag nach Pflasterwechseltag geht es los und nichts hilft, außer richtigen Tabletten. Das nervt mich, weil ich davon sooo schön weg war. Verflixte Hormone. 

Die ganze Zeit stelle ich mir also die Frage, ob das wirklich notwendig ist mit diesen Pflastern. Wenn ich das richtig verstanden habe - und bitte, wer Ahnung hat, möge mich korrigieren - sind diese Pflaster dazu da, die Schleimhaut aufzubauen. Damit habe ich aber überhaupt keine Probleme - weder damals mit Clomi noch jetzt bei der ICSI. Sicherlich auch dank Kalium Carbonicum. Wenn also noch eine Kryo nötig sein sollte - könnte ich nicht auch ohne Pflaster??? 

Dienstag ist Ultraschall. Dann werde ich sehen, wann ich meine "Eiswürfelchen" zurückbekomme. Wahrscheinlich erst nach dem verlängerten Plätzchenbackwochenende mit meinem Schwesterherz. Dieses Mal wird Frau Doktor es wohl selber machen - jedenfalls ist sie (mal wieder) zu einem Kongress und so wird der Transfer, wenn alles passt, genau auf den einen Tag gelegt, an dem wir beide "können". 

Hat sie jetzt doch der Ehrgeiz gepackt? Will sie ihr Versprechen "wir machen sie schwanger in 2013" auf jeden Fall einlösen? Das erste Mal hatte sie ja nichts damit zu tun und Punktion und Transfer hat ein Kollege gemacht. Nun, in dem Fall habe ich nichts gegen ihren Ehrgeiz - wie singt doch noch ein sehr geschätzter deutscher Liedermacher "aller guten Dinge sind drei!" 

So. Ich geh mich jetzt erstmal pflastern...

Sonntag, 24. November 2013

7-Meilen-Kryo-Stiefel. Oder: perfektes Timing

Ich muss gestehen, ich bin kein Musterbeispiel für die deutsche Pünktlichkeit. Bisher ließ mein Timing schon öfters mal zu wünschen übrig. Zur falschen Zeit am falschen Ort gewesen. Zur falschen Zeit in den falschen Typen verliebt. Nicht den richtigen Zeitpunkt für den Jobwechsel gefunden. Undsoweiterundsofort. Doch das Timing für die ICSI war super: Plangespräch und abends direkt die erste Spritze. 

Nach dem Negativ am Montag habe ich direkt einen Termin zum Befundgespräch vereinbart und auch das passte super, direkt am Freitag durfte ich kommen. Und so sass ich am Freitag wieder in der Kiwu. Meine Frau Doktor hat sich gefreut, dass es so schnell ging mit einem Termin. Wir haben also die ICSI nochmal durchgesprochen - Lehrbuch-ICSI eigentlich, sagt sie. Bis auf das Ergebnis, sage ich. Ja, sagt sie, dass hätte ich mir anders vorgestellt. Ich erzähle, wie es mir während der Warteschleife erging und dass ich zwar die Hoffnung gehabt hatte, dass es klappt - eben weil die Voraussetzungen wirklich, wirklich gut waren. Aber ich hatte die ganze Zeit, ganz tief drinnen das Gefühl, dass Paul und Paula nicht sich nicht festgekrallt hatten. Genauso, wie ich beim Floh ganz genau wusste, dass etwas nicht in Ordnung war, noch bevor ich bestätigte Befunde vom Arzt hatte. So, wie ich vom Gefühl her genau sagen konnte, wann er sich verabschiedet hat, noch bevor der Körper Anzeichen gezeigt hat. Frau Doktor ist sehr interessiert, will alles ganz genau wissen - ich spüre, dass sie das Ernst nimmt und mir glaubt. Sie sagt, es gibt Frauen, die ein derartiges Gespür haben ohne dass man das irgendwie erklären kann.

Deshalb ist ihre Empfehlung auch ganz klar: wir machen schon in diesem Zyklus weiter mit der Kryo. Ich finde das gut, erzähle ihr aber auch direkt, dass wir Zuhause geteilter Meinung darüber waren. Der Herzensmann wollte ja noch warten, meinte, dass ginge vielleicht zu schnell. Wir hatten uns am Donnerstag abend dann darauf geeinigt, dass wir der Empfehlung der Ärztin folgen würden, selbst wenn es warten hieße. 

Nun, sagt sie, meine Empfehlung fällt immer individuell aus. Medizinisch sollte natürlich alles ok sein, heißt Gebärmutter und Eierstöcke sollten wieder in "gutem Zustand" sein. Doch sie vermutet bei mir keine Probleme, da wir ja nur ganz gering stimuliert haben - "eigentlich nur angehustet". Der andere Aspekt ist die psychologische Seite - eine Wartezeit bis Januar findet sie zu lang für uns. Sie sagt, wir sind "bereit", also wozu warten? Ich bin überglücklich. 

Bevor wir aber weiter in die Theorie gehen, möchte sie sicherheitshalber nochmal einen Ultraschall machen. Nur zur Sicherheit. Doch wie erwartet sieht alles bestens aus. Die Gebärmutter sieht für den 4. ZT wieder schön aus, die Eierstöcke sind wieder völlig normal.Wir werden also 2 Eisbärchen noch vor Weihnachten in die schöne, warme Kuschelhöhle zurückholen. 

Mit einem Rezept für Östrogenpflaster und Crinone stiefel ich mit meinen 7-Meilen-Kryo-Stiefeln in die Apotheke. Neben mir steht eine ältere Dame, die beraten wird. Als die Apothekendame mir den Preis von 150 Euro nennt, guckt die Oma erschrocken auf. Vor allem wahrscheinlich, weil ich nur 2 kleine Pflasterschachteln und die eine etwas größere Crinonebox habe. 

Die Pflaster klebe ich mir jetzt alle 2 Tage irgendwohin: Beine, Po, Bauch, Arme - egal wohin, nur nicht auf den Busen. Wer bitte käme auf so eine Idee? 

Jetzt sitze ich hier gemütlich auf dem Sofa und kann noch garnicht fassen, dass ich schon wieder mitten drin bin. Mitten in meinem ersten Kryozyklus. Mit 7-Meilen Stiefeln. Kann mich mal bitte einer kneifen?





Dienstag, 19. November 2013

Heute wieder eine Kriegerin des Lichts

Das war kein leichter Tag gestern. Ich habe viel geweint. Nicht im Büro, da habe ich mich noch zusammengerissen. Aber kaum saß ich in der Tiefgarage im Auto, da flossen die Tränen und wollten gar nicht aufhören. Ich weiß, man sollte in so einem Zustand nicht Autofahren... aber ich musste ja irgendwie nach Hause kommen.

Was hat mir geholfen? Ihr - ganz ganz viel. All die lieben Kommentare und Mails und SMS. Das Netz der Blogschwestern wird immer stärker und enger, ich bin gefallen, ja, aber ich bin aufgefangen worden. 

Danke euch allen. 

Ich mopse jetzt mal  hier bei Sandra den Text, der mich heute morgen wieder auf die Füße gebracht hat. Ich habe es gelesen und erstmal wieder geweint. Dann habe tief durchgeatmet. Bin aufgestanden. Habe beschlossen, ich kämpfe weiter. Heute bin ich wieder eine Kriegerin des Lichts.

So habe ich jetzt am Freitag um 10 Uhr einen Termin mit meiner Kinderwunschfraudoktor - zur Befundbesprechung. Was für mich heißt: wann machen wir die Kryo? Ich schwanke noch zwischen doch jetzt sofort oder erst im Januar. Mal sehen, was sie sagt. Und wie der Herzensmann darüber denkt. Ich vermute, sofort ist ihm zu schnell. Aber bis Freitag kann er ja noch überlegen. Heute hat jedenfalls die Blutung eingesetzt. Das war somit der kürzeste Zyklus seit 1,5 Jahren. 

Diese Schlacht habe ich vielleicht verloren, aber der Kinderwunsch-Krieg ist noch lange nicht zu Ende.  

P.S. das Buch von Paul Coelho "Handbuch des Kriegers des Lichts" hatte die Buchhandlung heute sogar vorrätig und so liegt es jetzt hier und ich freue mich aufs lesen.




Montag, 18. November 2013

Negativ

Was soll ich groß drumherum reden. Der Test ist negativ. Noch nicht mal der Hauch einer Einnistung. 

Ich brauch auch nicht viel schreiben, ihr wisst, wie es mir geht. Danke für eure Daumen und die lieben Worte, die mich inzwischen erreicht haben. Ich heul erstmal ne Runde und sammle die Scherben auf. 

Sonntag, 17. November 2013

Demut und Dankbarkeit

Zwei kleine Worte. So viel dahinter. 

Im letzten Post habe ich gejammert, dass diese ICSI von außen so leicht erscheint. Spaziergang. Superwoman. Garantieschein. Doch dann gab es zwei Nachrichten, da habe ich mich geschämt über dieses Gejammer. Denn ich jammere hier auf sehr, sehr hohem Niveau. Und das tut mir wahnsinnig leid.

Demut und Dankbarkeit 

Ich weiß, jede Kinderwunschgeschichte ist einzigartig. Ich kann mich nicht vergleichen mit Anderen. Doch ich kann lernen, dankbar zu sein, für das, was ich habe. Ich habe die Hormone prima vertragen. Meine Eier sind gewachsen. Das SG war ausreichend gut. Ein großer Teil meiner Eizellen ließ sich befruchten. Mein Transfer war problemlos. Ich habe trotz PCO keine Überstimulation bekommen. Meine Warteschleife war eigentlich ein Klacks. Wenn dieser Test morgen negativ ausfällt, haben wir 4 eisige Eierchen von guter Qualität. Plus noch 2 genehmigte ICSIs.

Dankbarkeit. 

Demut. 








Dieser Post ist für Hanni und Bummel Hummel ♥ - Danke und Entschuldigung









Mittwoch, 13. November 2013

und so vergehn die Tage...

Jetzt ist der Transfer tatsächlich schon eine ganze Woche her. Eine Woche. Irgendwie ist die Zeit so schnell vergangen und doch kommt es mir so vor, als hätte ich noch mindestens zweimal so viel Zeit vor mir, bis ich zum Bluttest muss. Im Grunde geht es ganz gut bis hier her. Bis auf diese Geschichte mit dem Nerv, der sich als verdrehter Lendenwirbel entpuppte. Ich habe tatsächlich kurzfristig einen Termin bekommen und es hat wirklich super geholfen - ich kann mich wieder bewegen! Seit Sonntag habe ich auch nicht mehr diesen Druck im Bauch von den Eierstöcken - da hat ein ziemlich großer Eiweißshake wahre Wunder bewirkt. Allerdings war mir danach ziemlich übel und um dieses fiese Gefühl loszuwerden, habe ich einen ganzen Lindt-Teddy aufgefuttert. Ja - ich kann's nicht leugnen, Schokolade macht glücklich.

Ansonsten merke ich vor allem, dass meine Brüste auf die Hormone anspringen. Jemand mit einem A-Körbchen findet das vielleicht prima, aber ich habe da schon einiges mehr und denke schon über eine Zweitkarriere als Amme nach. Schwierigkeit dabei ist nur - das Schwangerwerden... Das erst ständig vorhandene Ziehen ist zwischendurch verschwunden, seit heute ist es wieder zurück - so "welcome home, buddy". Bedeuten tut es nicht wirklich was - ich habe es, wenn ich PMS habe und ich hatte es beim Floh. Wir wissen also, dass wir nichts wissen.

Und auch wenn ich bisher noch keine Warteschleifenkoller habe, es ist schwer für mich, mich auf die Arbeit zu konzentrieren. Einfach, weil es mir erstens alles so nebensächlich erscheint und es zweitens auch momentan überhaupt keinen Spass macht, weil ich grundsätzlich mit der Arbeitssituation unzufrieden bin. Zum Glück habe ich nur noch morgen und am Freitag dann frei. Das Wochenende verbringen wir mit Freunden und ich freue mich schon darauf - diese 3 Tage werden mit Sicherheit schnell vergehen. 

Heute habe ich das erste Mal darüber nachgedacht, vielleicht doch am Montag morgen zu testen. Vor dem BT - einfach um vorbereitet zu sein. Doch eigentlich will ich nicht testen. Ich will nicht wieder nur eine Linie sehen. Und wenn da eine zweite Linie wäre, ich weiß nicht, ob ich sie glauben würde. 

Meine schlimmste Angst ist nicht ein Negativ. Meine schlimmste Angst ist eine nicht intakte, nicht stabile Schwangerschaft. Etwas wieder hergeben zu müssen, was man schon so lieb gewonnen hat. Es mag von außen so erscheinen, als ob diese ICSI ein Spaziergang wäre, völlig problemlos und ich Superwoman, die da einfach so durchschlendert. Doch glaubt mir, auch mir hat niemand einen Garantieschein gegeben. Und so vergehn die Tage ...



Sonntag, 10. November 2013

Ge-Nervt

Nein, nicht von der Warteschleife. Das geht eigentlich sehr gut. Das warten auf die Fehlgeburt im Sommer war emotional kräftezehrender. Dafür plage ich mich mit anderen Wehwehchen herum. Gestern haben wir nach länger zeit mal wieder einen Stadtbummel gemacht. Doch scheinbar habe ich mich dabei irgendwie komisch bewegt. Jedenfalls merkte ich am Nachmittag Zuhause Schmerzen in Höhe des Steißbeins. Bis zum Abend wurde es nicht besser, ich habe den Rest des Abends in Bauchlage verbracht. Meine Vermutung ist, dass ich mir durch eine falsche Bewegung einen Nerv geklemmt habe oder sowas. Mist. Ganz großer Mist. Ich wusste nicht, wie ich schlafen soll. Rücken ging nicht. Seite ging auch nicht, da habe ich das Gefühl, der Eierstock, der dann oben ist "hängt" irgendwie runter und drückt überall. Also blieb noch der Bauch. Da bin ich auch erst eingeschlafen, doch nach gut einer Stunde vor Schmerzen wach geworden, weil ich irgendwie im Hohlkreuz lag. Mit einem Kissen unter dem Becken hab ich dann den Rest der Nacht irgendwie rumgekriegt. Heute geht es etwas besser, trotzdem geh ich morgen erstmal zum Arzt. Genauer gesagt, gibt es hier eine Osteopathin, ich hoffe, sie kann mir helfen. 

Gestern habe ich dann noch bei meiner Mama angerufen. Eigentlich werde ich mit meinen Wehwehchen immer ganz gut selbst fertig, aber manchmal - und daran merke ich immer, dass ich ernsthaft was habe - habe ich das Bedürfnis nach MAMA. Auch mit 36. auch, wenn ich hoffentlich bald selber Mama bin. Oft fühle ich mich nämlich, als ob unsere Rollen vertauscht wären, sie Kind, ich Mama. Aber gestern nicht, gestern durfte ich Kind sein. Das Telefonat tat mir gut und hat mich etwas beruhigt. Zum Schluss sagte sie mir etwas ganz süßes: "Pass schön auf dich auf und grüß mir Paul und Paula." Ich wusste erst gar nicht, wen sie meint, schließlich haben wir niemanden der so heißt. Doch dann ging mir ein ganzer Kronleuchter auf. Das hat mir gezeigt, dass es richtig war, unsere Eltern einzuweihen. All die Befürchtung es könnte den Druck erhöhen, haben sich nicht bewahrheitet. Wir werden liebevoll und gleichzeitig zurückhaltend unterstützt, aber von keiner Seite erdrückt. Es ist erleichternd, keine Ausreden mehr erfinden zu müssen. 

So nervt mich im Moment nur der Nerv. 

Freitag, 8. November 2013

Willst du Köttbullar essen? - Grüße aus der Warteschleife

Mittwoch mittag, irgendwo in Deutschland. Ein Mann und seine Frau fahren im Auto. Sie kommen gerade aus der Kinderwunschklinik und haben ihre wunderschönen Embryos abgeholt. Es entspannt sich folgender Dialog:

Sie: Du musst links rüber, sonst landen wir bei IKEA.
Er: Willste dahin?
Sie: Nein, nicht jetzt. Aber wenn ich schwanger bin, dann möchte ich vor Weihnachten zu IKEA.
Er: Warum? Willste Köttbullar essen?


Die kluge Leserin hat vielleicht schon erkannt, dass es sich bei diesem Paar um Herrn und Frau ZweiLinien handelte. Mit Sicherheit ist der klugen Leserin auch klar, warum ich zu IKEA möchte, ohne dass ich es erklären müsste. Irgendwie haben wir Frauen ein IKEA-Gen, wenigstens die meisten von uns. Jede von uns träumt davon, irgendwann dort durch diese Kinderabteilung zu wandeln, dies und das winzige, bunte Ding anzufassen und zu überlegen, ob man das wohl für den Nachwuchs "unbedingt braucht". Bei mir jedenfalls ist das so. Keine Kinderabteilung übt auf mich so viel Faszination aus wie die beim schwedischen Möbelriesen. Aber damit kann ich leben. Ich bin mir sicher, beim nächsten IKEA-Besuch guck ich in der Kinderabteilung. Und wer weiß, vielleicht essen wir auch Köttbullar.


Wie gehts mir sonst? Gut. Wirklich. So langsam lässt das Druckgefühl nach. Das war wirklich das Unangenehmste bisher. Erst fühlte es sich so an, also ob die durch das viele Trinken ständig gefüllte Blase sich mit dem rechten Eierstock uneinig über den Platzanspruch wäre, das war so Montag und Dienstag und wechselte dann nach links. Seit Donnerstag, also dem Tag nach Transfer, gehe ich wieder Arbeiten und es geht besser als ich dachte. Auch links beruhigt es sich so langsam, sitzen ist ok, wenn ich auch zwischendurch oft aufstehe.

Ein Kampf sind für mich die mindestens 3 Liter trinken am Tag. Ich bin jemand, der leider generell viel zu wenig trinkt, auch wenn ich weiß, dass das nicht gut ist. Aber ich habe meine Stationbecher rausgeholt und damit geht es. Fassungsvermögen: 0,5 Liter - sechs davon muss ich am Tag schaffen, dann ist das Miniumziel erreicht.

Der Antrag für die Erstattung unseres Eigenanteils geht morgen an die Krankenkasse. Da ich nicht wirklich viele Medikamente gebraucht habe (1100 Einheiten Gonal F, 6 x Orgalutran, 1 x Ovitrelle) belaufen sich die Kosten für die Medikamente auf knapp 600 Euro, dazu kommen nochmal 800 Euro für die ICSI. Insgesamt hätte uns dieser Versuch 1400 Euro gekostet, wenn wir nicht zur Knappschaft gewechselt wären. 1400 Euro, die wir für Kryos verbraten können, wenn wir müssen. Oder für nen Kinderwagen...





Mittwoch, 6. November 2013

Eieieieieieiei

Transfer geschafft! Ich kann es kaum glauben, es fühlt sich noch völlig unwirklich an. Ich habe meine Zwei zurück. Den Arzt, der den Transfer durchführen würde, durfte ich mir aussuchen. Da meine Frau Doktor heute nicht da war, habe ich mich für Dr. Charming entschieden, denn der hat ja schon die Punktion am Montag so schön gemacht. Nachdem ich über den ganzen Transfer aufgeklärt wurde, folgte noch ein Ultraschall. Alles sieht super aus, Beschwerden habe ich keine, wir können starten. Die vier ins Eis gewanderten Geschwister haben alle eine sehr gute Qualität, das freut mich und den Doc. Er ist sehr zufrieden mit der Befruchtungsrate, vor allem bei der Spitzenqualität. "Ich gebe Ihnen jetzt erstmal Kind 1 und 2 zurück, für Nr. 3,4,5 und 6 kommen sie einfach irgendwann nochmal zurück." Ein charmantes Lächeln. 

Dann kommt die Biologin mit meinem ganzen Stolz: ein 8-Zeller und ein 6-Zeller, beide in A-Qualität. Ich grinse im Kreis. Alles ist gut. 

Ein Foto gab es leider nicht, dafür einen Bericht, in dem noch einmal alles genau aufgeschrieben ist. 

Mit strahlendem Gesicht geht's zurück zum Herzensmann, der uns ganz happy in Empfang nimmt und und sich im Auto erstmal alle Details erzählen lässt. Ich sehe, dass er mindestens so stolz und glücklich ist wie ich.

Ab jetzt: ab in die Warteschleife ❤

Dienstag, 5. November 2013

Ein schönes Ergebnis

Gerade schau ich auf die Uhr, es ist schon 10:05 Uhr! Ich kann im Labor anrufen - hurra! Kaum habe ich die Nummer gewählt, habe ich auch schon eine nette Frauenstimme am Telefon. "Hallo, hier ist Frau ZweiLinien - ich hatte gestern Punktion und wollte mal hören, wie es ausschaut..." "Ja, wir haben gestern 14 punktiert, davon waren 9 reif und 6 haben sich befruchten lassen. Ein schönes Ergebnis. So haben wir 4 zum einfrieren und Sie bekommen morgen 2 zurück. Passt es um 10 Uhr?" Jaaa - das passt uns wunderbar. Ich bin sehr zufrieden mit diesem Ergebnis.

Die Punktion gestern habe ich eigentlich ganz gut überstanden. Allerdings hat mein Kreislauf hinterher ein bisschen schlapp gemacht. Doch erstmal der Reihe nach: wir sollten um 10:30 Uhr in der KIWU erscheinen und waren überpünktlich da, weil wir gut durchgekommen sind und direkt einen Parkplatz vor der Tür bekommen haben. Also erstmal die noch notwendige Überweisung für den Herzensmann abgegeben und ich durfte ein Formular ausfüllen, wann ich die Auslösespritze gegeben habe. Es gibt ja viele Stimmen, die behaupten, Uniklinik ist anonym und man ist nur eine Nummer. Dieses Gefühl hat sich bei mir auch gestern wieder nicht besätigt. Wir standen noch an der Anmeldung, die Dame dort war noch mit einer Eintragung in den PC beschäftigt und wir mussten kurz warten - doch noch bevor ich unseren Namen sagen konnte und weswegen wir da waren, hatte die zweite Schwester schon unsere Akte in der Hand: "ich kenn sie doch..." Ich fand das ganz toll, denn wir waren ja noch gar nicht sooo oft da. Dann durften wir im Wartebereich Platz nehmen. Nach einer Weile war der Herzensmann dran - erinnert ihr euch an meinen anfänglichen Post mit dem "Spermagewinnungsraum"? *grins*. Aber auch dort lief es scheinbar problemlos, Erleichterung meinerseits. Seinerseits sicher auch. DAS hat schon mal geklappt. Dann warteten wir wieder eine Weile, inzwischen waren noch ein paar Paare, die eindeutig auch ihren Punktionstermin hatten. Zusammen mit einer anderen Dame wurde ich aufgerufen und wir gingen in den Ruhrraum. Meine - ich nenne sie mal - Punktionspartnerin war schon erfahrener als ich, für sie war es nicht das erste Mal. Die Schwester gab uns also eine kurze Einweisung: Liegesessel aussuchen, nochmal zur Toilette gehen, OP-Hemdchen, Socken und Gummischuhe anziehen, bequem machen und warten. Ich war sehr froh, dass ich nicht ganz alleine dort sitzen musste, denn obwohl ich ganz entspannt war, war ich doch sehr unsicher und neugierig, wie es nun genau ablaufen würde. So unterhielten wir uns ein bisschen, vorallem über die Erfahrungen, die wir mit unseren Ärzten gemacht hatten bisher. Sie kannte den Doktor schon, der die Punktion machen würde - für mich heißt er Dr. Charming (das passt nämlich wirklich) - und sagte, er wäre wirklich sehr nett.

Dann kam auch schon eine der Damen in Grün, stellte sich vor und verpasste mir erstmal einen Zugang in die Hand, nachdem sie gefühlte hundert Mal geklopft und gestrichen hat, damit eine von meinen mickerigen Venen sich zeigt. Auch wenn sie meinte, es wäre eine ganz dünne Nadel, selbst im Vergleich zur Orgalutran-Nadel war sie riesig! Das Blut floß aber, dank meines fleißigen Trinkens, ganz gut. Dann ging es schon rüber in den OP. Rauf auf den Stuhl und ich bekam den Narkoseschlauch angestöpselt, Blutdruckmanschette an den einen Arm und so ein Plastikding zur Überwachung auf den Finger. Dann bekamm ich noch eine kleine Sauerstoffmaske auf die Nase: "frische, gute Luft". Alle Werte waren prima und wir konnten starten. Dann kam Dr. Charming, erklärte kurz was passieren würde und los ging es. Erst merkte ich noch nichts von der Narkose, aber dann hat sie es ein bisschen erhöht und ich fühlte mich ein bisschen besoffen. Von der angeblich kalten Spülung habe ich nichts gemerkt. Dann ging es weiter und ich dachte, jetzt macht er erstmal Ultraschall, denn er hatte meine schönen Eierchen ja noch garnicht gesehen. Er war genauso entzückt wie meine Frau Doktor, da ich auf beiden Seiten so schön reagiert hatte. Wir unterhalten uns währendessen, auch wenn ich durch die Maske etwas eingeschränkt bin. Ich warte immer noch auf das von allen versprochene "und dann zählst du bis drei und bist dann weg...". Es drückte allerdings während des Schallens allerdings ganz schön, doch da ich Freitag und Samstag auch schon rechts sehr druckempfindlich war, hat mich das nicht verwundert. Aber die Punktion hätte ich so nicht überstanden - dachte ich. Als er also fertig ist, sag ich zu ihm: "Für die Punktion gleich krieg ich aber noch ein bisschen mehr Narkose, bitte? Das hat schon ein bisschen gedrückt ..." Er grinst und sagt: "Das war schon die Punktion, ich bin schon fertig - sie haben das ganz toll gemacht." Häh? Was? Fertig? Ich bin doch noch wach. Das Ergebnis sagt er mir direkt: 14 Eizellen und auch keine Katastrophenmeldungen vom SG. Na, das klingt doch super.

Ich darf wieder in den Ruheraum, jetzt ist gleich meine Punktionspartnerin dran. Meine Werte werden kontrolliert, ich kriege Wasser zu trinken und der Doktor kommt mit dem OP-Bericht. Überall springt mir das Wort "optimal" entgegen. Und eine dicke, fette 14. Nach einer Weile darf ich mich anziehen, es geht mir bestens. Ich habe es geschafft. Jetzt habe ich Hunger. Eine Schwester bringt mich zurück in den Wartebereich (Uniklinik halt - hihi) und ich packe mein Brötchen aus. 2 mal reingebissen. Doch ich kriege kaum was runter. Mir wird irgendwie komisch, kalter Schweiss bricht mir überall aus, dabei ging es mir vor 5 Minuten super. Ich stupse den Herzensmann an, er soll mal jemanden holen. Die Schwester guckt mich an, ist besorgt, ich lege mich hin, Füsse hoch. Mir ist egal, ob da Leute drumherum sitzen, aber wir haben einen einigermaßen geschützen Platz. Nach einer Weile geht es, die Schwester meint, ich wäre ein bisschen unterzuckert. Es wird nochmal Blutdruck gemessen, aber der Wert ist prima. Da ich keinen Kaffee mag, besorgt der Herzensmann mir einen schönen Kakao. Man, hätte ich gewusst, dass der da so gut schmeckt... lecker. Die Lebensgeister kehren zurück. Der Herzensmann schaut mich die ganze Zeit kritisch-besorgt an, so kennt er mich nicht. Ich hoffe, dass ich ihn nicht zu doll erschreckt habe.

Wir warten noch ein Weile, es geht mir langsam besser, der Kakao hilft. Dann noch ein leckerer Schokomuffin obendrauf. Jetzt möchte ich nur noch auf mein bequemes Sofa. Endlich, nach einer gefühlten Ewigkeit, werden wir wieder aufgerufen und mit einigen Hinweisen entlassen. Auf dem Weg nach draußen sehen wir nochmal den Doc, er wünscht uns alles Gute und wir sind draußen.

Den Rest des Tages habe ich gemütlich auf dem Sofa verbracht, umhegt und gepflegt von meinem Mann. Jetzt bin ich gespannt, wie es morgen weitergeht.

Danke für alle eure lieben Kommentare und eure Daumen!

Montag, 4. November 2013

Punktion optimal verlaufen

Nur ganz kurz ein Update, für alle, die Däumchen gedrückt haben und nun auf meine Ausbeute warten: 

1.) 14 wunderschöne, gleichmäßige Eizellen
2.) laut Dr. Charming keine katastrophalen Meldungen bezüglich des SG
3.) kleiner Kreislaufkollaps im Wartezimmer, als eigentlich schon alles gelaufen war

Morgen so gegen 10 Uhr werden wir erfahren, wie viele Eierchen befruchtet werden konnten. Komische Vorstellung, dass das gerade irgendwo im Labor der Klinik stattfindet. 




Freitag, 1. November 2013

Dieser Beitrag könnte so viele Überschriften haben

Thematisch wird dieser Beitrag vermutlich ein ziemliches Kuddelmuddel werden. Wo fange ich bloss an? Also, erstmal das Wichtigste. 

Überschrift 1: 1000 Dank 
Dankeschön. Vielen vielen Dank! Ich war echt soooo platt von all euren lieben Glückwünschen zum Geburtstag, sei es per Kommentar, Mail, Karte oder Geburtstagslied. Ich habe (mal wieder) was für tolle Menschen in meinem Leben sind, hier in der Blogschwesterngemeinschaft und in der realen Welt. Es gab Zeiten, da hatte ich nicht besonders viele Freundschaften, auch wenn man das vielleicht von mir nicht denkt. Umso dankbarer bin ich nun für das, was ich habe und weiß es um so höher einzuschätzen. Als ich im Januar mit dem Blog angefangen habe, hätte ich niemals gedacht, dass ich in der großen, doch sehr anonymen Kinderwunsch-Internet-Welt meinen Platz finde und wirklich Menschen kennen lernen würde, egal ob real oder virtuell, zu denen ganz schnell eine unglaubliche Nähe und Verbundenheit entstanden ist. Denkt euch alle mal ein schönes Glas mit eurem Lieblingsgetränk und stoßt mit mir an: auf uns alle - auf die Gesundheit -  und auf viele Blogschwesternbabies! Zum Wohl! 

Überschrift 2: Zwischenstand 2 - ICSI Nr. 1
Rechts, sag ich nur. Rechts. Rechts spüre ich heute ganz schön was. Kein Schmerz, nein, eher so ein Druckgefühl. Also ob da was mehr Platz braucht als normal. Der rechte Eierstock war übrigens der, den ich bei der Clomi-Stimu auch schon gemerkt habe, wenn ihr euch erinnert: der mit den 3 Eiern *g*. Links merke ich: nüscht - nada -niente. Wobei das ja nicht schlimm ist, ich weiß, da sind Eier drin. Sogar mehr als rechts. Aber ulkig ist es schon. Hauptsache, es gibt keine Überstimu. Davor habe ich einen Heidenrespekt. Aber ich trinke und trinke und trinke. Mehr kann ich bis Montag eh nicht tun. 

Überschrift 3: bin ich denn völlig meschugge?
Ich bin nicht mal schwanger - noch nicht mal ein bisschen in der Warteschleife und ich lese ein Buch über Kindererziehung. Völlig meschugge, oder? Ich meine, ich sollte doch eigentlich erstmal schwanger werden. Dann auch bleiben. Dann vielleicht den ein oder anderen Schwangerschaftsratgeber lesen und ignorieren, was mir nicht zusagt. Dann das Kind kriegen. Und dann, ja dann kann ich immer noch Erziehungsbücher lesen.

Überschrift 4: schwierige Entscheidung
Am Geburtstag bekam ich unter anderem auch einen Anruf, der mich jetzt vor eine schwierige Entscheidung stellt. Meine - ich sage jetzt mal ehemals - beste Freundin und Trauzeugin rief an. Wir haben schon lange nicht mehr telefoniert, das ist aber durchaus normal bei uns. Allerdings habe ich auch den Kontakt im letzten halben Jahr nicht besonders gesucht oder besser gesagt, ich war froh, um jeden Tag, den sie sich nicht gemeldet hat. Ich glaube, ich habe das auch schon mal hier im Blog erwähnt. Sie und ihr Lebenspartner haben ebenfalls einen Kinderwunsch, sie wurde direkt schwanger, aber das Baby hat es ebenfalls nicht geschafft und sie hatte in der siebten Woche eine Fehlgeburt und Ausschabung. Das ist jetzt gut 1,5 Jahre her und seitdem hat es - meines Wissens - nicht wieder geklappt. Mein Problem an der ganzen Geschichte ist aber, dass sie eine Hormonbehandlung total verteufeln und das mir gegenüber auch deutlich zum Ausdruck gebracht haben. Ihr Standpunkt ist: entweder es klappt so oder garnicht und dann ist das so gewollt - Zitat "mein Mann liebt mich auch ohne Kind". Ja, das tut meiner auch. Aber wir wünschen uns das Kind ja beide. Jedenfalls war ich nach dem letzten Telefonat sehr verletzt, dass sie so wenig Verständnis für mich hatte. Vielleicht auch gerade deswegen, weil ich in dieser Freundschaft immer für ALLES Verständnis hatte. Und sie hat mir wirklich einiges abverlangt. Jetzt sind wir in der nächsten Woche zum Telefonieren verabredet und ich bin mir sicher, sie wird auch wieder auf das Thema Kinderwunsch kommen. Ich weiß, dass ich nicht mit ihr über die ICSI und das ganze Drumherum reden möchte. Aber ich überlege, ob ich ihr vielleicht mal sagen sollte, dass mich ihre Einstellung so verletzt hat. Oder ob ich mir den Stress einfach erspare - denn ich stecke dann zwischen PU und TF und brauche eigentlich nicht noch mehr Drama. 

Naja, das ging ja dann doch noch. Komisch, in meinem Kopf war es wirklich ein einziges Durcheinander. Aber so schön strukturiert sieht es gar nicht mehr sooo schlimm aus.