Donnerstag, 30. Oktober 2014

... und dann wird dir das ❤️ auf einmal ganz leicht...


Danke für all eure lieben Glückwünsche und guten Wünsche zum Geburtstag!

So viele haben mir ihre Freundschaft und Wertschätzung ausgedrückt und es hat mir viel bedeutet und das Herz wieder ein ganzes Stück leichter gemacht. ❤️ 



Dienstag, 28. Oktober 2014

Kein glanzvolles Jahr

Fast ist es zu Ende, dieses Lebensjahr. An Silvester oder an Geburtstagen ist es ja häufig so, dass man zurückblickt auf das vergangene Jahr - ich tue das jedenfalls meist. Mein 37. Lebensjahr - fast nichts ist so gelaufen, wie ich es mir erhofft, erträumt und gewünscht hatte.

Letztes Jahr um diese Zeit steckte ich total euphorisch und davon überzeugt, dass unser Kinderwunsch sich bald erfüllen würde, in der Stimu zur ersten ICSI. Und während es nun alle meine Lieben um mich herum geschafft haben, schwanger oder sogar schon Mama zu werden, manche auch schon zum zweiten Mal, setze ich mich damit auseinander, das vielleicht wirklich ICH übrig bleibe. 

Das geht an manchen Tagen besser, an manchen schlechter, an manchen gar nicht. 

Vielleicht ist es ganz gut, wenn ich einen Schlussstrich unter dieses Lebensjahr ziehen kann. Nicht alles war schlecht, das wäre ungerecht - aber die guten und die schlechten Tage halten sich nicht die Waage, da herrscht ein deutliches negatives Ungleichgewicht. Das neue Jahr hat alle Chancen, besser zu werden. 

Welcome 37 ❤️ - bye bye 36 





Samstag, 11. Oktober 2014

Danke, Reinhard, für diesen Abend!

Gestern abend, 20:00, irgendwo in Deutschland. Ein dunkler Saal, im Licht eines einzelnen Scheinwerfers eine Gitarre, sonst nichts.

Ein Mann, ganz in schwarz gekleidet, kommt auf die Bühne, Beifall brandet auf, minutenlang. Die ersten Akkorde, das Konzert beginnt...

Nach der Hälfte des ersten Liedes schon kämpfe ich mit den Tränen - nicht weil es ein trauriges Lied ist (die kommen später), sondern weil ich mir diesen Konzertbesuch schon so unendlich lange gewünscht habe. 

Alles im Saal konzentriert sich auf diesen Mann in schwarz, der uns schon so viele Jahre durch seine Lieder in sein Herz, in seine Seele blicken und an seinem Leben teilhaben lässt. 

Er hat uns so viele, wundervolle Liede geschenkt, Lieder mit denen wir bei den Blogschwestern gern neue Babies begrüssen. 

Lieder, bei denen man vor Lachen heult, wie gestern abend. 

Lieder, bei denen man weint, weil es weh tut, wenn man ihn singen hört über den letzten Besuch seines Sohnes Max, dessen Schicksal einen berührt. Wohl, weil man mit ihm aufgewachsen ist, in seinen Liedern. 

Alte Lieder, mit denen Erinnerungen verknüpft sind. 

Alte Lieder, die man schon hundert mal gehört hat, auf CD - und die dir live einen Schauer über den Rücken jagen und dir die Tränen in die Augen treiben. 

Danke, Reinhard, für diesen Abend! Danke für die Musik! 

Dann mach's gut. 

❤️

Donnerstag, 9. Oktober 2014

Ist das krass - willst du nicht lieber was anderes machen...?

Genau das sagte meine Freundin, nennen wir sie mal Babsi, neulich zu mir. 

"Ist das krass. Willst du nicht lieber was anderes machen? Im Dritte Welt Laden helfen oder so?" 

Was sie so unglaublich schockierte, war mein Plan für ein Leben ohne eigene Kinder. Bisher habe ich nur ihr davon erzählt, die Reaktion hatte ich - von ihr - so nicht erwartet. 

Der Plan lautet: Ehrenamt. Aber nicht irgendwo. Ich möchte mich in einem Kinderhospiz engagieren. 

In der großen Stadt hier gibt es ein Kinderhospiz, auf dessen Internetseite ich mich informiert habe. Das ist kein übereilter Entschluss, sondern eigentlich schlummert er schon ganz lange in mir. Seit der ersten Begegnung mit meinem schwerstbehinderten Patenkind vor bald 11 Jahren und der (unglaublich einfühlsamen) Begleitung im Hospiz beim Tod meines Vaters. 

Wer noch nie in einem Hospiz war, dem kann man nicht erklären, was das für eine besondere Atmosphäre dort ist. 

Das ist er also, der Plan E. Und zumindest im Moment fühlt er sich absolut richtig an. 

Montag, 6. Oktober 2014

Neulich nacht um 4:38 Uhr...

Ich hatte eine Stunde lange vergeblich versucht, wieder in den Schlaf zu finden. Aber obwohl es stockdunkel war, der Göttergatte neben mir mal nicht schnarchte und das Katertier sich zu mir kuschelte, es gelang nicht. Da half nur eines: aufstehen. Ab ins Wohnzimmer, TV an und auf die Suche nach einem möglichst langweiligen, Einlull-Programm begeben. Ich zappte mich also durch die "Dritten" und blieb beim SWR hängen - Frank Elstner mit "Menschen der Woche". Eigentlich keine Sendung für mich. Aber die Frau, die dort sass, war unglaublich symphatisch - so ein ansprechendes, schönes Lächeln ist selten. Irgendwie konnte ich nicht umschalten. Und dann leitete der Moderator zur Geschichte seines Gastes ein und ich wusste, es war kein Zufall, dass ich ausgerechnet zu diesem verrückten Zeitpunkt dort eingeschaltet hatte. 

Barbara Pachl-Eberhardt. 40 Jahre. Aus Österreich. Witwe und verwaiste Mutter. 

An Ostern 2008 hat sie ihren Mann und ihre beiden kleinen Kinder bei einem Autounfall verloren. Die gesamte Kleinfamilie - im Bruchteil einer Sekunde zerstört. 

"Am Unglück zerbrechen kann auch eine Chance sein." 

Barbara Pachl-Eberhardt hat ihr zerbrochenes Leben neu geordnet, sie hat zwei Bücher geschrieben, in denen sie den Verlust ihrer Familie verarbeitet und zeigt, dass Trauer ganz nah am Leben ist. 

Mir wäre es sehr recht gewesen, wenn sich die ganze Sendung mit ihr beschäftigt hätte. Aber auch dieses kurze Interview war sehr bewegend. Wen es interessiert, kann es über die Mediathek des SWR suchen. 

Warum hat mich diese Frau und ihr Schicksal so berührt? Man mag meinen, es hat mit meiner - unserer - Kinderwunschsituation vielleicht nicht viel zu tun. Doch. Da sind Parallelen. Denn wir, die wir uns ein Kind wünschen und jeden Monat wieder und wieder und wieder enttäuscht werden, erleben immer wieder Verluste, kleine Tode. Noch schlimmer sind die Negative nach einem neuen Versuch - so nah dran, doch wieder verloren. 

Trauern wir um die Möglichkeiten? Zerbrechen wir irgendwann? Wenn ja, können wir aus den Bruchstücken etwas Neues, Größes zusammensetzen? Wie wandelt / verwandelt uns dieses ständige Auf und Ab zwischen Trauer und Hoffnung? 

Es ist in jedem Fall faszinierend, wie sehr die Stärke dieser Frau nach außen strahlt. Besonders, wenn man weiß, dass es eben Zeiten gab, in denen nichts gestrahlt hat. In einem Interview mit ihr hat sie etwas gesagt, dass mich sehr beeindruckt hat (ich hoffe, ich krieg es ungefähr hin, ich finde den Text nicht mehr): "wenn man in sich tausende Lichter hat, und alle gehen aus - dann bleibt nur noch eines und das strahlt um so mehr." 

Näheres findet ihr hier: http://www.barbara-pachl-eberhart.at 


Bücher: vier minus drei Wie ich nach dem Verlust meiner Familie zu einem neuen Leben fand Integral, München 2010 

Warum gerade du? Persönliche Antworten auf die großen Fragen der Trauer Integral, München 2014