Mittwoch, 24. Dezember 2014

Im Hafen der Kinderwünschler - Teil 2

Es ist ganz warm hier, in meiner Kajüte - warm und muckelig und von irgendwo her scheint ein goldenes Licht durchs Fenster und taucht alles in wunderschöne Farben. Was gestern karg und künstlich schien, ist heute freundlich und schön. Es riecht nach Bratapfel, Keksen, Zimt und Tanne und im Hintergrund läuft leise Musik.

Im kalten, regnerischen Wintergrau habt ihr bei mir Kerzen angezündet mit euren Worten, die wunderschön waren wie Umarmungen. 

Darum lade ich euch ein, euer Kinderwunsch-Ich, kommt auf meinen Kutter, es ist genug Platz da für alle. Wir trinken heißen Punsch und Kakao mit Zimt, essen Plätzchen, Mandarinen und Nüsse, kuscheln uns gemütlich in die flauschigen Kissen und gucken "Drei Nüsse für Aschenbrödel". 

Und heute Nacht, wenn es ganz dunkel ist, dann ziehen wir uns Jacke, Schal und Mütze an und halten gemeinsam Ausschau nach dem Stern. 

Vielleicht wurde uns unser Wunsch in diesem Jahr auch wieder nicht erfüllt, doch wir sind nicht allein mit diesem Gefühl, auch - und gerade - nicht an Weihnachten. 

Ich wünsche euch allen ein schönes Weihnachtsfest!



Im Hafen der Kinderwünschler - Teil 2

Es ist ganz warm hier, in meiner Kajüte - warm und muckelig und von irgendwo her scheint ein goldenes Licht durchs Fenster und taucht alles in wunderschöne Farben. Was gestern karg und künstlich schien, ist heute freundlich und schön. Es riecht nach Bratapfel, Keksen, Zimt und Tanne und im Hintergrund läuft leise Musik.

Im kalten, regnerischen Wintergrau habt ihr bei mir Kerzen angezündet mit euren Worten, die wunderschön waren wie Umarmungen. 

Darum lade ich euch ein, euer Kinderwunsch-Ich, kommt auf meinen Kutter, es ist genug Platz da für alle. Wir trinken heißen Punsch und Kakao mit Zimt, essen Plätzchen, Mandarinen und Nüsse, kuscheln uns gemütlich in die flauschigen Kissen und gucken "Drei Nüsse für Aschenbrödel". 

Und heute Nacht, wenn es ganz dunkel ist, dann ziehen wir uns Jacke, Schal und Mütze an und halten gemeinsam Ausschau nach dem Stern. 

Vielleicht wurde uns unser Wunsch in diesem Jahr auch wieder nicht erfüllt, doch wir sind nicht allein mit diesem Gefühl, auch - und gerade - nicht an Weihnachten. 

Ich wünsche euch allen ein schönes Weihnachtsfest!



Dienstag, 23. Dezember 2014

Im Hafen der Kinderwünschler

Mein Kutter liegt vor Anker in meinem Hafen der Kinderwünschler. Er hat schon bessere Zeiten gesehen, hier und da blättert die Lackierung ab, hier eine Delle, dort ein Stück Holz abgesplittert. An einer Stelle ist ein großer Schaden geflickt worden. Er dümpelt vor sich hin an der Kaimauer, schaukelt auf den Wellen, die sich an der Mauer brechen. Früher, ja, da war hier was los. Da lagen viele Schiffe vor Anker, die Namen am Bug konnte ich im Schlaf aufzählen, mehr als ein Dutzend waren es. Wimpelchen wehten, wir sprangen von Boot zu Boot, brauchten dazu nicht mal an Land zu gehen, so voll war der Hafen. Wenn ein Schiff den Hafen verließ, warteten alle voller Spannung, ob es wohl den Zielhafen erreichen würde. Manches Schiff kam zurück, ein bisschen ramponiert vom Sturm, konnte den Zielhafen nicht erreichen und wurde in diesem Hafen wieder seefest für die nächste Tour gemacht. 

Wenn ich mich hier jetzt umschaue, hat sich der Hafen geleert. Dort, an der Außenmauer liegt die "Jan*schi", manchmal winken die Kapitänin von dort und ich uns zu, traurig für die andere, die auch hier noch ankert. 

Ganz in der Nähe liegt das Boot "Drahteselchen" vor Anker, manchmal gehe ich dorthin auf einen frischen Minztee und dann ist es lustig und schön, und manchmal garnicht mehr so schlimm, dass wir beide hier noch ankern. 

Vom Bug meines Schiffes schaue ich auf die "Franken-Stern", dort führt eine mutige und starke Frau das Ruder. Die "Franken-Stern" gehört zur Seenotrettung und oft fährt die Kapitänin mit ihrem kleinen Speedboot aus, um in Seenot geratene Schiffe abzuschleppen. So manches Mal bringt sie sie in den eigentlichen Zielhafen, die Schiffbrüchigen nimmt sie mit und pflegt sie gesund. Ich bin so manches Mal sehr froh, dass es die Seenotrettung gibt. 

Manchmal, wenn es nicht mehr geht, dann gehe ich an Land. Dort gibt es eine Art Seemannskneipe, so eine richtige Spelunke, das "Kaninchenloch" - dort ist immer was los. Zwei Wirtinnen sorgen schon dafür, richtige "alte Seebärinnen", die viel erlebt und viel zu erzählen haben, und nicht nur Seemannsgarn. Von außen mag das "Kaninchenloch" den ein oder anderen abschrecken, vielleicht liegt es am Namen, dass sich so wenige hineintrauen - doch wer einmal dort war, der kommt gern wieder. Dort wuselt es von flauschigen Vierbeinern, es gibt Musik und Tanz, manchmal werden dort hochpolitische Reden geschwungen, manches Mal findet man sich urplötzlich in einem tiefsinnigen Gespräch über Gott und die Welt. Es gibt Nahrung für die Seele und meist einen guten Trunk. Wenn mir gloomy zu Mute ist, dann ist das der beste Ort der Welt. 

Oft denke ich an die, die hier auch mal geankert haben und aufgebrochen sind zu neuen Ufern. Manche schreiben eine Karte und erzählen, wie schön der neue Ankerplatz ist, wie aufregend die Reise war und wie lohnenswert. Ich würde ja gern folgen, aber ich weiß nicht, welche die Route ist, die mich dorthin führt und ob ich mein Schiff wieder hochseetauglich bekomme. Zu oft musste ich schon umkehren, weil das Schiff streikte.

So verbringe ich auch dieses Weihnachtsfest auf meinem Kutter, über die kaputten Stellen habe ich ein wenig Deko gehängt, damit es während der Festtage ein bisschen hübscher aussieht - ich habe festgestellt, dass die Menschen gerade zu dieser Zeit keine ramponierten Boote sehen wollen. Mein Weihnachtswunsch in diesem Jahr? Den Weihnachtsstern sehen und Frieden für die Welt. 






Im Hafen der Kinderwünschler

Mein Kutter liegt vor Anker in meinem Hafen der Kinderwünschler. Er hat schon bessere Zeiten gesehen, hier und da blättert die Lackierung ab, hier eine Delle, dort ein Stück Holz abgesplittert. An einer Stelle ist ein großer Schaden geflickt worden. Er dümpelt vor sich hin an der Kaimauer, schaukelt auf den Wellen, die sich an der Mauer brechen. Früher, ja, da war hier was los. Da lagen viele Schiffe vor Anker, die Namen am Bug konnte ich im Schlaf aufzählen, mehr als ein Dutzend waren es. Wimpelchen wehten, wir sprangen von Boot zu Boot, brauchten dazu nicht mal an Land zu gehen, so voll war der Hafen. Wenn ein Schiff den Hafen verließ, warteten alle voller Spannung, ob es wohl den Zielhafen erreichen würde. Manches Schiff kam zurück, ein bisschen ramponiert vom Sturm, konnte den Zielhafen nicht erreichen und wurde in diesem Hafen wieder seefest für die nächste Tour gemacht. 

Wenn ich mich hier jetzt umschaue, hat sich der Hafen geleert. Dort, an der Außenmauer liegt die "Jan*schi", manchmal winken die Kapitänin von dort und ich uns zu, traurig für die andere, die auch hier noch ankert. 

Ganz in der Nähe liegt das Boot "Drahteselchen" vor Anker, manchmal gehe ich dorthin auf einen frischen Minztee und dann ist es lustig und schön, und manchmal garnicht mehr so schlimm, dass wir beide hier noch ankern. 

Vom Bug meines Schiffes schaue ich auf die "Franken-Stern", dort führt eine mutige und starke Frau das Ruder. Die "Franken-Stern" gehört zur Seenotrettung und oft fährt die Kapitänin mit ihrem kleinen Speedboot aus, um in Seenot geratene Schiffe abzuschleppen. So manches Mal bringt sie sie in den eigentlichen Zielhafen, die Schiffbrüchigen nimmt sie mit und pflegt sie gesund. Ich bin so manches Mal sehr froh, dass es die Seenotrettung gibt. 

Manchmal, wenn es nicht mehr geht, dann gehe ich an Land. Dort gibt es eine Art Seemannskneipe, so eine richtige Spelunke, das "Kaninchenloch" - dort ist immer was los. Zwei Wirtinnen sorgen schon dafür, richtige "alte Seebärinnen", die viel erlebt und viel zu erzählen haben, und nicht nur Seemannsgarn. Von außen mag das "Kaninchenloch" den ein oder anderen abschrecken, vielleicht liegt es am Namen, dass sich so wenige hineintrauen - doch wer einmal dort war, der kommt gern wieder. Dort wuselt es von flauschigen Vierbeinern, es gibt Musik und Tanz, manchmal werden dort hochpolitische Reden geschwungen, manches Mal findet man sich urplötzlich in einem tiefsinnigen Gespräch über Gott und die Welt. Es gibt Nahrung für die Seele und meist einen guten Trunk. Wenn mir gloomy zu Mute ist, dann ist das der beste Ort der Welt. 

Oft denke ich an die, die hier auch mal geankert haben und aufgebrochen sind zu neuen Ufern. Manche schreiben eine Karte und erzählen, wie schön der neue Ankerplatz ist, wie aufregend die Reise war und wie lohnenswert. Ich würde ja gern folgen, aber ich weiß nicht, welche die Route ist, die mich dorthin führt und ob ich mein Schiff wieder hochseetauglich bekomme. Zu oft musste ich schon umkehren, weil das Schiff streikte.

So verbringe ich auch dieses Weihnachtsfest auf meinem Kutter, über die kaputten Stellen habe ich ein wenig Deko gehängt, damit es während der Festtage ein bisschen hübscher aussieht - ich habe festgestellt, dass die Menschen gerade zu dieser Zeit keine ramponierten Boote sehen wollen. Mein Weihnachtswunsch in diesem Jahr? Den Weihnachtsstern sehen und Frieden für die Welt. 






Freitag, 5. Dezember 2014

Die, die wandern

Erinnert ihr euch noch an die Playlist? Ich finde, es ist Zeit für Runde 2. Vielleicht fällt euch noch der ein oder andere Songtext ein, der fehlt? Oder ihr habt neue Songs gefunden, die unbedingt in die Kinderwunsch-Playlist müssen? Ich mache mal den Anfang mit einem weiteren Rainhard - diesmal mit ai und aus Österreich. Wer nicht mehr weiß, was dahinter steckt, schaut mal in der Playlist oder Playlist Vol.1 


Die, die wandern (Rainhard Fendrich)

Der Lebensweg wird oft sehr schmal
Fiaht di durch manches tiafe Tal
Wo man den Himmel nimmer sicht
Kannst nimma vire, nimma z'ruck
Um die herum nur Lug und Trug
Am End vom Tunnel brennt ka Licht

Hast di verirrt und gehst kraftlos in die Knia
Doch auf amoe, da heast a Stimm in Dir:

Kumm, reiß di zam, steh wieder auf
Bleib ja net liegen, genau da warten's drauf
Gib da an Ruck und setz an Fuaß vorn andern
Nur die, die wandern finden wieder z'ruck


Mit Glück geht alles federleicht
Bis es von Deiner Seiten weicht
Auf amoe bist da ärmste Hund
A Liebe geht, a Freundschaft bricht
Nicht ana der bei Dir sei mecht
In ana wirklich dunklen Stund

All's was di wichtig war
Zertrümmert und in Scherb'n
Kann Mut zum Leben, kann Mut zum Sterb'n

Kumm, reiß di zam, steh wieder auf
Bleib ja net liegen, genau da warten's drauf
Gib da an Ruck und setz an Fuaß vorn andern
Nur die, die wandern finden wieder z'ruck

Kumm, reiß di zam, steh wieder auf
Bleib ja net liegen, genau da warten's drauf
Gib da an Ruck und setz an Fuaß vorn andern
Nur die, die wandern finden wieder z'ruck
 
 
 
 

Die, die wandern

Erinnert ihr euch noch an die Playlist? Ich finde, es ist Zeit für Runde 2. Vielleicht fällt euch noch der ein oder andere Songtext ein, der fehlt? Oder ihr habt neue Songs gefunden, die unbedingt in die Kinderwunsch-Playlist müssen? Ich mache mal den Anfang mit einem weiteren Rainhard - diesmal mit ai und aus Österreich. Wer nicht mehr weiß, was dahinter steckt, schaut mal in der Playlist oder Playlist Vol.1 


Die, die wandern (Rainhard Fendrich)

Der Lebensweg wird oft sehr schmal
Fiaht di durch manches tiafe Tal
Wo man den Himmel nimmer sicht
Kannst nimma vire, nimma z'ruck
Um die herum nur Lug und Trug
Am End vom Tunnel brennt ka Licht

Hast di verirrt und gehst kraftlos in die Knia
Doch auf amoe, da heast a Stimm in Dir:

Kumm, reiß di zam, steh wieder auf
Bleib ja net liegen, genau da warten's drauf
Gib da an Ruck und setz an Fuaß vorn andern
Nur die, die wandern finden wieder z'ruck


Mit Glück geht alles federleicht
Bis es von Deiner Seiten weicht
Auf amoe bist da ärmste Hund
A Liebe geht, a Freundschaft bricht
Nicht ana der bei Dir sei mecht
In ana wirklich dunklen Stund

All's was di wichtig war
Zertrümmert und in Scherb'n
Kann Mut zum Leben, kann Mut zum Sterb'n

Kumm, reiß di zam, steh wieder auf
Bleib ja net liegen, genau da warten's drauf
Gib da an Ruck und setz an Fuaß vorn andern
Nur die, die wandern finden wieder z'ruck

Kumm, reiß di zam, steh wieder auf
Bleib ja net liegen, genau da warten's drauf
Gib da an Ruck und setz an Fuaß vorn andern
Nur die, die wandern finden wieder z'ruck